Der PON als Familienhund

29.1.2018

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Egal welche Rassebeschreibung des Polski Owczarek Nizinny ich mir im Internet ansehe, fast immer wird er als "idealer Familienhund" beschrieben. Auch die Nachfrage von Interessenten mit mehreren, oft auch noch sehr kleinen Kindern, steigt unübersehbar. Da mir diese überschwängliche Hymne auf die Familientauglichkeit durchaus immer wieder ein wenig Bauchschmerzen bereitet, möchte ich diesem Thema einen Blog widmen und dem interessierten Leser  einen Link geben, wie Kind und Hund aussehen sollten um von Anfang an gut zu funktionieren.

 

Was erwartet man von einem Familienhund und was kann der PON davon leisten?

 

Ich denke man erwartet in der Regel von dem neuen Familienmitglied, dass er sich in die Familie integriert und sie im Alltag, wie auf allen Abenteuern begleitet. Für die Kinder wünscht man sich einen Spielkameraden, Seelentröster, einfach einen Kumpel an ihrer Seite mit dem sie aufwachsen und durchaus Rücksicht und Empathie lernen.

Der PON ist unglaublich begeisterungsfähig für alle Arten von Spiel, Unternehmungen und Abenteuern. Er begleitet den Jogger oder Fahrradfahrer in der Familie, wird mit den Kindern auf Spaziergängen herumtoben und sich freuen wenn man ihm  ein Spielzeug schmeißt. Die Kinder können dem Hund relativ einfach so einige Tricks beibringen, was meine Tochter sehr geliebt hat. Der PON ist verfressen, verspielt  und intelligent - drei Voraussetzungen, die es  leicht machen, mit ihm eine Bindung aufzubauen und mit ihm zu arbeiten. Zu Hause und im Restaurant ist er ruhig und gelassen, auch das ist eine wichtige Voraussetzung für einen entspannten Alltag und gelungene Ausflüge. 

 

Und was erwartet der PON von seiner neuen Familie und können auch Sie das leisten? 

 

Der PON ist ein Schutz- und Hütehund und auch wenn er von der direkten Arbeitslinie inzwischen schon ein ganzes Stück weggezüchtet wurde, so sind doch so einige Verhaltensweisen durchaus vorhanden - mal mehr mal weniger ausgeprägt. Der Hund braucht eine Aufgabe, sonst fängt der PON an sich selbst eine zu suchen innerhalb der Familie. In der Regel ist das dann die Familie zu beschützen. Das kann schnell zu großen Problem  führen, da in einem Haushalt mit mehreren Kindern meist Freunde ein und aus gehen. Der PON ist "verhalten Fremden gegenüber" - das gilt nicht nur für die fremden Menschen denen man auf den Spaziergängen begegnet und von denen er nicht einfach angefasst werden möchte, sondern eben  auch für die  Fremden die ins Haus kommen. Hier wird meist zunächst ordentlich verbellt und oft muss der Hund erst einmal auf seinen Platz geschickt werden. Hier ist eine konsequente und klare Erziehung gefragt! Dem PON muss klar vermittelt werden, dass es für ihn nichts zu regeln gibt! Auch braucht er unbedingt seine Rückzugsmöglichkeit die von allen Familienmitgliedern akzeptiert werden muss.  

Ich persönlich gehe mit meinen beiden Hunden gerne in die Hundeschule. Wir haben schon verschiedene Hundesportarten ausprobiert und es ist herrlich wie begeistert sie dabei sind. Wir haben zusammen so viel Spaß!  Ich glaube, dass es für einen so intelligenten Hütehund wichtig ist, einen Hundesport zu machen, auch eine ihn fordernde Beschäftigung außerhalb der Familie zu bekommen. Er ist gefordert und es fördert die Bindung ungemein. Zeit für den Hund alleine zu haben, auch das ist ein Aspekt dem dadurch Folge geleistet wird. Können sie diese Zeit in ihrem Alltag unterbringen? Vielleicht gibt es ja in der Familie auch bereits einen Jugendlichen, der Spaß daran hätte. 

Nicht zu vergessen ist auch der Pflegeaufwand den so ein süßer Wuschelhund wie der PON benötigt. Für die Fellpflege sollte man am besten jeden Tag etwas Zeit einplanen, besonders die erste Zeit, bis der Hund erwachsen ist und das Fell etwas pflegeleichter wird.

 

Es muss gut überlegt sein, wann für die Familie der richtige Zeitpunkt ist und auch ob der Polski Owczarek Nizinny wirklich die richtige Rasse für die Familie ist. Für mich war der richtige Zeitpunkt als unser Jüngster 8 Jahre alt war - da konnte ich auch mit dem Hund laufen und in die Hundeschule ohne die Kinder zu nötigen immer mitzugehen oder einen Betreuung zu organisieren. Hier hat jede Familie sicher ihren eigenen "Bauplan" und wird nach reiflicher Überlegung wissen wann der richtige Zeitpunkt für ein weiteres Familienmitglied ist.  

 

Zum Weiterlesen empfehle ich folgenden Artikel: Aurea Verebes, "Wie Kinder ihren Hund verstehen", sitz platz fuß 30/2018, sowie die Bücher der Autorin zum Thema.  

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